Schulprogramm - 4.2 Sprachlich-künstlerische Bildung
Kinder und Jugendliche brauchen heute mehr denn
je ein umfassendes Bildungsangebot, das ihre Persönlichkeitsentwicklung
unterstützt und ihr kreatives, kognitives und soziales Lernen
fördert. Das sprachlich-künstlerische Aufgabenfeld kann
dazu einen erheblichen Beitrag leisten. Die in ihm angesiedelten Fächer
müssen dabei einbeziehen, dass die Realität der heutigen
Schülerschaft in den letzten Jahrzehnten einer enormen Veränderung
unterworfen ist. In zunehmendem Maße wird die Visualisierung
bestimmter gesellschaftlicher Phänomene wichtiger als deren Verschriftlichung.
Dazu kommt die größere heterogene Spreizung in den einzelnen
Klassen und Lerngruppen.
Sprache ist nicht nur Medium unserer Kommunikation, sie ist auch
nicht nur ein Werkzeug des Denkens, vielmehr vollzieht sich in ihr
das Denken, das durch sie erst eine Form erhält. Daher bedeutet
jede sprachliche Bildung auch eine Formung des Denkens und damit
der Persönlichkeit eines Menschen. Durch Sprache erwirbt man
die Kultur einer Gemeinschaft und wird in ihre Tradition eingebunden,
und sie ermöglicht die Identifikation mit dieser Kultur. Das
Ziel sprachlicher Bildung liegt darin, dass Kinder und Jugendliche
sich einen selbstständigen Zugang zur Welt eröffnen, indem
sie sich der konventionellen Formen der jeweiligen Gemeinschaft
bedienen, sie schöpferisch und zukunftszugewandt gebrauchen.
Da zwischenmenschliche Beziehungen wesentlich durch die Sprache
geprägt werden und sich die höheren geistigen Tätigkeiten
in der Sprache vollziehen, ist die sprachliche Bildung von Kindern
und Jugendlichen nicht nur die Grundlage, auf der Wissen erworben
werden kann, sondern auch das Ziel. Sprachliche Bildung mit dem
Ziel von Mehrsprachigkeit und Interkulturalität umfasst die
Ausbildung und Verfeinerung
- der Muttersprache in Form "innerer Mehrsprachigkeit"
sowie
- weiterer Sprachen als "äußere Mehrsprachigkeit".
Sprachliche Bildung bedeutet in der Schule vor allem schriftsprachliche
Bildung und die Pflege der mündlichen Sprache, in der sich
die spontane und unmittelbare Kommunikation vollzieht. Hierzu gehört
auch eine sprachliche Bildung, die den modernen medialen Anforderungen
genügt.
Im Unterricht wird in diesem Kontext die Lese- und Schreibkompetenz
gefördert. Weiterhin konzentriert sich in allen sprachlichen
Fächern die Aufmerksamkeit auf die mündliche Kommunikationsfähigkeit.
Zu den avisierten Maßnahmen zählen die gezielte Förderung
auch in leistungsheterogenen Gruppen und darin die Stärkung
des Selbstkonzepts der Schüler.
Da die Gesamtheit der Themen des sprachlichen Unterrichts über
die Schule hinaus in unsere kulturelle Umgebung eingebettet ist,
sind die musisch-künstlerischen Fächer komplementär.
Musisch-künstlerische Bildung erfolgt in enger Beziehung zur
kulturellen Öffentlichkeit und vermag den Wert kultureller
Traditionen zu verdeutlichen. Die Auseinandersetzung mit Kunst und
Kultur leistet bei fortschreitender Auflösung fest gefügter
Weltbilder und Wertvorstellungen einen bedeutsamen Beitrag zu Werteorientierung
sowie zur Herausbildung von kultureller Identität und Toleranz.
Deshalb sind Wahrnehmungsfähigkeiten von grundlegender und
orientierender Bedeutung für das Lernen und Leben eines Menschen.
Musisch-künstlerischer Bildung kommt dabei eine Schlüsselfunktion
zu. Sie trägt dazu bei, motorische, sinnenhafte sowie geistige
Anforderungen zu bewältigen und besitzt wesentliche Potenziale
zu Selbsterforschung und Selbstfindung.
Unabdingbar dafür sind persönliche Erfahrungen und deren
Austausch mit anderen sowie individuelle und gemeinschaftliche Erlebnisse.
Musisch-künstlerische Bildung bietet hierbei zahlreiche Möglichkeiten
und begegnet somit auch der Gefahr der Vereinzelung in der Gesellschaft.
Sie kann zudem auf eine sinnvolle Freizeitgestaltung orientieren.
Als Ergänzung sind die Projekte und Arbeitsgemeinschaften
gedacht. Dazu gehören Theater-AGs, Filmprojekte, Theaterklassen
oder Literaturwerkstätten, verschiedene Musik- und Kunst-AGs.
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