Studienfahrt: Rom 2010

Gut ausgeschlafen trafen wir uns am 8. August um 4.30 Uhr am KKG, um Maik Hänsels Geburtstag zu feiern. Nebenbei hatten wir vor, nach Rom zu fahren, was sich ohne Busse zunächst als schwierig erwies. So konzentrierten wir, 65 Schülerinnen und Schüler, uns erst einmal auf das Singen von Geburtstagsliedern und das Überreichen eines Geburtstagskuchens. Schließlich kamen unsere Busse doch, der eine inklusive eines Wespennestes. Nachdem wir mit offener Tür losgefahren waren, trennten sich die Wege der beiden Busse mehrfach, das erste Mal direkt an der Schule. Entscheidend hätte die Trennung in Bremen werden können, als der eine Bus sich zu einer spontanen Stadtdurchquerung entschloss. Kurz vor Hannover holte uns dann auch die Mutter von Catharina ein, die ihr freundlicherweise ihren Personalausweis hinterherfuhr.
Nach relativ holprigem Flug landeten wir im - nach Aussage des Flugkapitäns - bewölkten Rom. Drei Wölkchen versuchten krampfhaft seine Äußerung zu untermauern. Fast ohne Zwischenfälle konnten wir uns auf den Weg zu unserem Hotel machen. Schön wäre noch gewesen, wenn auch Marc seinen Koffer auf dem Gepäckband wiedererkannt hätte, dann hätten wir sogar alle gemeinsam losfahren können… Die Busfahrer beeindruckten unsere Reisegruppe vom ersten Moment an durch ihre römisch-rasante Fahrweise.
Der erste Eindruck vom Hotel war ernüchternd. Bald stellte sich aber heraus, dass die Unterkunft für unsere Zwecke völlig in Ordnung war und durch die zentrale Lage und das nette Personal auftrumpfen konnte.
Unser erster abendlicher Spaziergang führte uns direkt zur Spanischen Treppe, auf der Rosenverkäufer bereits auf uns lauerten und auch tatsächlich manche Rose verkaufen konnten. Weiter ging’s zur Piazza del Popolo. Hier erstanden die einen ihr Eis günstig und die anderen teuer ... – Nach einem wunderschönen Blick über das abendliche Rom vom Monte Pincio endete der Abend am berühmten Trevi-Brunnen. In der Hoffnung auf einen freien Wunsch warfen Maren, Chiara und Jana drei Münzen hinein mit der unerwarteten und leider zu späten Erkenntnis, dass sie nun einen Römer heiraten und nach Rom ziehen würden. (Vorteil für uns alle, zukünftige preisgünstige Unterkunft ohne Bettwanzen in Aussicht!) Bei annähernd 30 Grad erreichten wir gegen Mitternacht erschöpft und mit ersten zerschundenen Füßen unser Hotel.
Am Montagvormittag besichtigten wir auf den Spuren des Altertums das Forum Romanum und das Colosseum. Besonders charmant war der Empfang durch die aufgeschlossenen Gladiatoren.
Nachmittags besuchten die einen die Callistuskatakomben (ein Flop!), die anderen den Petersdom. Nach fachgerechter Verhüllung aller kritischen Körperteile konnten wir die Basilica di San Pietro betreten (und das, nachdem Kleidung im Paradies völlig überflüssig war…). Ebenso unerwünscht wie nackte Schultern und Knie waren Herrn Junges lehrhafte Erläuterungen, die um ein Haar zu seinem Rauswurf führten.
Eine Überraschung im negativen Sinne erlebten wir nach der Rückkehr in unser Hotel, da Peters gesamtes Geld aus seinem Zimmer gestohlen wurde. Doch dank Fabians spontaner Hilfsaktion, bei der er von jedem Schüler einen kleinen Geldbetrag einsammelte, konnten wir den entstandenen Schaden schnell wieder ausgleichen. Ärgerlich war es trotzdem.
Während sich der eine Teil unserer Gruppe am Dienstagvormittag auf dem Campo del Fiori aufhielt, Gewürze und Kleidung erstand, besuchten die anderen die Vatikanischen Museen.
Am Nachmittag stand u.a. ein Besuch in der Villa Borghese auf dem Programm. Die moderne Kunst, die wir in der Galeria Nazionale d’Arte Moderna suchten, hätte allerdings auch versteckt bleiben können. In Rom sollte man sich eher auf die altertümlichen Schätze konzentrieren.
Die anderen gingen zunächst zum Circo Massimo. Dieser beeindruckte vor allem durch die Hitze, den trockenen Rasen und die Baustellen. Anschließend hatte die Gruppe in den monumentalen Caracallathermen die Möglichkeit, im wohltuenden Schatten eine historisch anmutende Wasserschlacht nachzustellen.
Am Mittwoch verschlief nur Marcel. Zweiundzwanzig Frühaufsteher fuhren nach Castel Gandolfo um an der päpstlichen Audienz teilzunehmen. Uns boten sich der malerische See Lago Albano und ein beschauliches Bergdorf mit echt italienischem Charme. Unser langes Warten wurde belohnt mit bester Aussicht auf den Papstbalkon. Als Benedikt II. auf diesem erschien, war der Jubel der aus aller Welt angereisten Gruppen unbeschreiblich. Herzlich begrüßte er nacheinander alle angemeldeten Pilger (mit Feenstaub?), die ihm mit z.T. beeindruckenden Gesängen antworteten. Seine liebevolle und sympathische Ausstrahlung begeisterte uns alle. Der anschließend verpasste Zug erwies sich als Glück, da wir dadurch noch ein Bad im See genießen konnten. Dies war auch ohne Badesachen möglich (siehe Bild).
Alle freuten sich auf den Donnerstag! Kulturbeflissene besuchten auf dem Weg zum Strand noch die Ausgrabungsstätten in Ostia Antica und gesellten sich anschließend zu den bereits am Strand eingetroffenen Mitschülern. Hilfsbereite junge Männer aus unserer Gruppe passten gerne auf die Kleidung und Taschen auf, während diverse Händler ihre Dienste feilboten „Looki, looki, nice, nice!“ Hennatatoos mit unterschiedlichem emotionalem und motivischem Gehalt fanden ihre Abnehmer auf zahlreichen Hautflächen. Das kühle und erfrischende Meer ließ viele die brennende Sonne vergessen. So nahmen sich viele ein leuchtend rotes Andenken mit, welches so schnell auch nicht mehr los zu werden war (nicht wahr Herr Horn, Klatschen hilft da nichts …).
Auf der Suche nach einer Tanzlocation für den letzten Abend wurden wir von unserem Hotelportier nach Pietrallata geführt. Ohne viel Trallala verließen wir jedoch schnell wieder die beengte Vorstadtdisco im Plattenbaucharme und kehrten zurück in die atmosphärische Bar in „unserem“ Viertel. Alle waren happy – mit und ohne Alkohol!
Am Freitag, den 13. traten wir unsere Heimreise an. Und bis auf die Tatsachen, dass wir zunächst am falschen Gate standen, Turbulenzen während des Fluges zu überstehen hatten und die Landebahn zu kurz war, was zur Folge hatte, dass wir wenige Zentimeter vor dem Aufsetzen noch einmal durchstarten mussten, verlief alles glatt. Wir traten also noch einen spontanen Rundflug über Hannover an und fuhren schließlich zurück nach Wilhelmshaven. Am frühen Abend konnten wir glücklich und erschöpft unsere Lieben am KKG wieder in die Arme schließen und ihnen von unseren beeindruckenden Erlebnissen berichten.
Von Maren Franke, Jana Heiungs, G. Junge, S. Körber und Marc Meitzler
zurück |