Kunterbunte Häuser stehen in einer Reihe, Kinder des Kindergartens Thomaskirche sitzen gespannt und mit großen Augen davor und warten keineswegs - wie so oft in diesen Tagen - auf den Weihnachtsmann sondern vielmehr auf die Zahlen!
Und so springen sogleich große und kleine Handpuppen vom Känguru bis zum Zauberer auf die Häuserdächer. Die Zahlen von eins bis zehn werden dabei mit viel Engagement und Witz gespielt von Jugendlichen der siebten Klasse des Käthe-Kollwitz Gymnasiums, die damit die Mathematik durch eine spannende Geschichte den Kindern nahebringen. So wird nicht nur laut gezählt, sondern bereits ein erstes Mengenverständnis gerader und ungerader Zahlen gelegt. Die Kleinen sind voll konzentriert bei der Sache und verbessern auch den kleinsten Versprecher, wenn statt der zehn fälscherweise die neun als gerade Zahl bezeichnet wird.
Die Idee zu diesem „mathematischen Theater“, welches zum Ziel hat ein mathematisches Grundverständnis anschaulich zu fundieren, hatte Wiebke Endres, Studienrätin am Käthe-Kollwitz Gymnasium und Leiterin des Kooperationsverbunds „Hochbegabung fördern“. Mathematische Inhalte in eine Geschichte einzubetten spricht gerade Kinder dieser Altersgruppe an: „Lebendige Zahlen, so verschieden wie die Kinder selbst, entsprechen gerade dem Verständnis der Kinder alles sei belebt. Zugleich ist dieser Ansatz aber auch tragfähig für die zukünftigen Inhalte der Mathematik. Das Fundament kann auf diese Weise kindgerecht gelegt werden.“ so Endres.
Geschrieben wurde die phantasievolle Geschichte von Antje Hansen-Käding, ehemalige Leiterin des Kooperationsverbunds und Lehrerin an der Grundschule Mühlenweg. Das der Geschichte zugrundeliegende Konzept selbst soll fortgeführt werden in einem neuen Unterrichtsansatz dem „kontextbasiertem Mathematikunterricht“, welcher bereits erfolgreich am Käthe-Kollwitz-Gymnasium erprobt wurde. Auch hier ist das zentrale Element Mathematik anschaulich und bedeutungsvoll für die Lernenden zu gestalten und Differenzierung hinsichtlich der Abstraktion der Inhalte im Unterricht selbst zu unterstützen.
Im Anschluss an diese fröhliche Premiere hat auch bereits die eine oder andere Zahl ihre Fangemeinde gefunden und die Siebtklässler sind stolz auf ihre Leistung als „Junglehrer“. Über eine Fortsetzung in anderen Kindergärten würden sich sicherlich alle Beteiligten freuen (Informationen: www.kov-whv.de)!